Blick aus dem Fenster

Lofoten

Lofoten ist naturtechnisch sicherlich eines der aufregendsten Gebiete in Europa. Mit seinen etlichen Fjords und Bergen ist man inmitten der Natur. Wer Ruhe sucht, wird hier ziemlich auf seine Kosten kommen. In der Kategorie Natur gehören die Lofoten neben Island und Vietnam zu meinen Favoriten. Die Lofoten-Reise ist einer der Nordlicht-Reisen, die ich gemeinsam mit Freunden unternommen habe. Wir haben uns in der Nähe von Evenes und Reine Unterkünfte gemietet und sind mit dem Auto durch die Landschaft gefahren, um die Natur und die Polarlichter zu genießen.

Lofoten vs. Tromso

2016 waren wir in Tromso. Wer die Wahl hat zwischen Tromso und den Lofoten sollte sich für die Lofoten entscheiden. Für Polarlichter ist Tromso meiner Meinung nach nicht besonders geeignet, da überall Straßenlichter sind und es kaum Spots der absoluten Dunkelheit gibt. Und auch Naturfreunden werden die Lofoten mehr bieten als Tromso. Besonders die Gegend um Kongsvika fand ich am interessantesten.

Allgemeines über Norwegen

Norwegen gehört sicherlich nicht zu den dicht besiedeltesten Ländern. Mit 5 Milionen Einwohnern hat es gerade mal ein Drittel der Einwohner von Istanbul. Seitdem deie Norwegische Regierung einen Staats-Fond aus den Öleinnahmen eingerichtet hat, ist jeder Norweger auch Kronen-Millionär. Norwegen ist laut UN das Land mit der höchsten Lebensqualität. Das merkt man vor Ort dann auch. Es gibt keine Hektik und Stresssituationen. Die Natur leistet ihren Beitrag dazu, das Bildungssystem und die wirtschaftliche Stärke. Die Haupteinnahmen erfolgen aus Fischerei, Ölproduktion und Tourismus. Der Vermieter in Tromso erklärte damals, dass sein Sohn drei Monate im Jahr als Fischer durcharbeitet und den Rest des Jahres in Spanien verbringt.

Anreise

Die Lofoten sind eine Art Halbinsel, die sich ziemlich nördlich befindet. Die Anreise erfolgte per Inlandsflug über Oslo zum Flughaven Harstad/Narvik bei Evenes. Im Sommer gibt es auch die Möglichkeit, Flughäfen auf dem Land anzufliegen und mit der Fähre zu fahren. Auf den Lofoten selbst gibt es zwei kleinere Flughäfen, die jedoch nicht ganz so oft angeflogen werden.

Reine

Die bekannteste Stadt auf den Lofoten ist sicherlich Reine. Hierzu gibt es etliche idyllische Fotos mit den Norwegen typischen roten Häusern. Eigentlich ist Reine auch keine Stadt. Es bietet die Möglichkeit, Nahrungsmittel zu kaufen und einige wenige Restaurants. Hier, so ziemlich am Ende der Welt haben Begriffe wie Stadt, Supermarkt und Restaurant eine andere Dimension als uns gewöhnlich vorschwebt 🙂

Verpflegung

In Norwegen wird naturgemäß hauptsächlich Fisch gegessen. Wer unterwegs ist, sollte immer Proviant mitnehmen und sich vorab informieren, wo es Restaurants gibt. Wie auch in Island gibt es nicht besonders viele Möglichkeiten, auswärts zu essen.


Häuser in Sarajevo

Bosnien

Bosnien und Herzegowina

Das in Kantone aufgeteilte Bosnien hat etwas mehr als 3.5 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Sarajevo, abgeleitet vom osmanischen Namen Saraybosna, und hat mit ihren umliegenden Gebieten knapp 600.000 Einwohner. Zwei Drittel der Bevölkerung sind Muslime, zweitgrößte Gruppe bilden katholische Kroaten, gefolgt von orthodoxen Serben. An dieser Aufteilung erkennt man bereits die multi-ethnische Struktur. Das spiegelt sich in der osmanischen Altstadt von Sarajevo, genannt Bascarsiya wider. Kirche, Synagoge und die Moschee sind im Umkreis von wenigen Metern. Das wurde im Osmanischen Reich so genehmigt und wünscht man sich auch heute. Bosnien insgesamt ist sehr grün mit vielen bergigen Wäldern. Mich erinnert das etwas an die Schweiz. An Stelle des Kirchturms ragt hier eben die Minarette in die Höhe.

Bereits im Mai 2016 hatte ich Sarajevo gebucht, musste aber verschieben, da man mir wenige Wochen zuvor am Flughafen meine Tasche samt Ausweispapieren entwendet hatte. Das Wetter im September war anfangs etwas unbequem, aber die Temperatur nahm dann stetig zu und erreichte angenehme 25°C.

Budget

Der Lebensunterhalt ist hier für europäische Verhältnisse günstig. Der Währungskurs ist im Vergleich zum Euro fix. Für 5 Bosnische Mark kann man hier eine gute Mahlzeit zu sich nehmen. Für knapp 2,50 BM gibt es Nachspeise mit Getränk. Spezialität des Landes ist Cevapcici und Börek, was man sich nicht entgehen lassen sollte. In den Highlights habe ich beschrieben, wo diese am leckersten sind.

Jugoslawien-Krieg

1984 fanden hier noch die Olympischen Winterspiele statt. Dennoch wird Bosnien in meiner Generation lediglich mit dem Jugoslawien-Krieg assoziiert. Und tatsächlich, auch 20 Jahre nach Kriegsende sieht man Einschusslöcher an fast allen Gebäuden. Es ist eigentlich unfassbar, was sich hier noch vor kurzer Zeit ereignet hat. Menschen sind zwar höflich und hilfsbereit, doch glücklich wirken sie nicht wirklich. Man spürt also die Nachwirkungen des Krieges auch heute noch. Teilweise begegnen Frauen ihren Peinigern regelmäßig im Alltag.

Alle Welt hat zugesehen, wie Sarajevo 4 Jahre lang durch Serbien von der Außenwelt abgeschnitten und bombardiert wurde. Als man die Serben zum Rückzug zwingen konnte, kam von den USA die Order, sie nicht weiter zu verfolgen und den Krieg zu beenden. UN-Soldaten aus den Niederlanden schreiben abwertige Parolen über Bosnierinnen, zu deren Schutz sie eigentlich verpflichtet waren. Beim Völkermord in Srebrenica schauen diese lediglich zu, wie über 8000 Muslime getötet werden.

Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Im Juli 1914 wurde hier Franz Ferdinand und seine Gemahlin bei einem Attentat erschossen, was zum Ersten Weltkrieg führte. Zunächst explodierte eine Bombe in der Nähe seiner Kutsche. Anschließend im Rathaus unterbrach er die Rede des Bürgermeisters mit den Worten, dass man in dieser Stadt mit Bomben beworfen wird. Auf der Rückfahrt wurde er und seine Frau dann von einem Serben mit einer Pistole erschossen.

Kulturelles

Es ist ungewöhnlich, blonde bzw. hellhäutige Moslems zu sehen. Man erwartet erfahrungsgemäß eher dunkle Hauttypen 🙂 Musliminnen sind ziemlich modern gekleidet, was ich positiv finde. Auch Frauen im mittleren Alter sind modern gekleidet. Das Zusammenleben zwischen Mann und Frau ist unterschiedlich zur Türkei. Frauen sitzen locker in der Moschee, haben einen eigenen Bereich, der aber nicht mit einem Sichtschutz versehen ist. Auffällig ist, dass die Bevölkerung sehr jung ist, was sicherlich mit dem Krieg zusammenhängt. Englisch wird hier zumindest in der Gastronomie kaum gesprochen.

Sarajevo

Die Stadt ist durch eine Markierung auf dem Boden “getrennt”. Während sich im Osten die osmanische Altstadt befindet, hat man im Westen das moderne Stadtzentrum. Als drittes gibt es etwas außerhalb der Stadt einen sowjetisch geprägten Stadtteil. Sarajevo ist sehr überschaubar und zieht sich von Westen nach Osten hin in die Länge. Inmitten von Wald sieht man auf drei Seiten Häuser auf den Halbhöhenlagen.

Am meisten hat mir die knapp 3 km lange Allee gefallen, die zum Ursprung des Flusses Bosnien führt. Man kann hier herrlich die saubere Luft und Ruhe genießen. Weitere interessante Orte sind der Wasserfall in Kravice und kleinere Ortschaften mit Burgen und Moscheen im osmanischen Stil mit herrlichem Blick auf die Landschaft.

Es werden Touren angeboten, manche davon auch kostenlos, wobei man am Ende doch etwas Trinkgeld gibt. Es lohnt sich, solch eine Tour zu machen, da die Stadt schon allein der beiden Kriege wegen viel zu erzählen hat.

Mostar und Blagaj

Mostar liegt mit 130 km Entfernung etwas über 2 Stunden von Sarajevo entfernt. Hauptattraktion hier ist sicherlich die Mostar-Brücke. Junggesellen sind hier freiwillig von der Brücke gesprungen, um der Angebeteten zu zeigen, dass Mann Mut aufbringt und alles in Kauf nimmt. Am einfachsten kommt man von Sarajevo mit einem Mietwagen. Da kann man auch Halt machen und die Natur genießen. Ich empfehle, mindestens bei der Rückfahrt jedoch die Autobahn zu nehmen, um Überraschungen in der Nacht vorzbeugen. Die Alstadt, hauptsächlich auf der östlichen Seite des Flusses Neretva gelegen, bietet viele interessante Gassen, die man gesehen haben sollte.

Unweit von Mostar liegt Blagaj. Dort findet man am Ende eines Weges ein Derwisch-Haus, das am Fluss und unter einem Felsen liegt. Es ist ein sehr schönes Ambiente. Wer Mostar besucht, sollte auch hier einen Schwenk machen.

Travnik

Travnik ist eine Stunde von Sarajevo entfernt. Mit nur 50.000 Einwohnern auch kleiner als Mostar. Aber hier ist es angenehm, da es nicht so überfüllt ist wie Mostar. Man kann hier in Ruhe die Aussicht auf die Stadt und die Natur genießen. In der Stadt kann man die Gassen mit osmanischen Häusern ablaufen und am Fluss was trinken.