Südosten der Türkei

Südosten der Türkei

Der Südosten der Türkei ist eine sehr kulturreiche Region. In Deutschland kennt man die Region auf Grund der Tatsache, dass hier mehrheitlich Kurden leben. Zwischen 10 und 15 Millionen Kurden gibt es in der Türkei. Sie teilen sich auf verschiedene Sprachen und Religionen aus. Man kann also nicht sagen, dass ein Kurde kurdisch spricht und Alevite ist. Obwohl Mardin, Sanliurfa und Diyarbakir kurdisch sind, ist die Bevölkerung doch ziemlich unterschiedlich. Es gibt Städte, in denen historisch mehrere Kulturen gelebt haben, und aktuell auch coexistieren.

An-, Abreise und Fortbewegung

Man sollte seine Reise, die meist eine Rundreise ist, etwas durchplanen. Um einen Überblick zu erhalten, reicht natürlich ein Tag pro Stadt. Aber die Region bieten einfach so viel, dass wenn man kulturellen Aktivitäten und Stätten mitnehmen möchte, man mindestens eine Woche einplanen sollte. Falls An- und Abreise per Flieger nicht am selben Ort erfolgt, muss man eine Einweggebühr für den Mietwagen zahlen. Daher lohnt es sich eher, wenn man das Fahrzeug am selben Ort abgibt.

Sanliurfa

Sanliurfa, kurz Urfa genannt, gefällt mir in der Region am besten. Es ist keine Stadt, aber auch kein Dorf. Es sind sehr einfache Menschen, die hier leben. Neben einer Altstadt mit engen Gassen gibt es jede Menge Geschichtliches um den Balikligöl (Fischsee). Es ist eine Prophetenstadt. Ereignisse um den propheten Abraham haben hier stattgefunden. In der Region kann man Göbeklitepe besuchen. Ein deutscher Archäologe buddelt bereits seit Jahren vermutliche eine Gebetsstätte, die 10.000 Jahre alt sein soll. Daher ist das für die Menschheitsgeschichte nicht ganz unwichtig. Etwas weiter weg liegt Halfetiye. Seitdem der größte Staudamm der Türkei gebaut wurde, liegt die Stadt unter Wasser. Man sieht dort noch eine halbe Minarette aus dem Wasser herausragen.

Mardin

Mardin hat zwei Stadtzentren. Eine neue Stadt, und eine historische Altstadt, in der mehrere Kulturen ihre Spuren hinterlassen haben. Man findet hier Christen, Muslime, Türken, Kurden, Sumerer, Aleviten und viele mehr. Die Altstadt zieht sich entlang der Hauptstraße. Man sollte die Gassen über dieser Straße ablaufen, um auch die Aussicht zu genießen. In der Nähe efindet sich Hasankeyf und Midyat. Midyat bietet wie Mardin ein zentrum mit Altbauten. Etwas weiter liegt Hasankeyf, das wegen des Staudamms dasselbe Schicksal ereilt hat wie Halfetiye.

Diyarbakir

Diyarbakir ist das Istanbul des Südostens. Es ist sehr viel größer als Saliurfa oder Mardin und daher auch relativ voll. Die Altstadt ist jedoch trotz des Autoverkehrs gut geordnet. Abends schließen die Läden, dafür öffnen Straßenverkäufer auf den Gehwegen 🙂 Alles, was hier in offener Form in den Läden bereitgestellt wird, scheint zum Verzehr erlaubt. Passanten und potentielle Käufer bedienen sich hier und testen die Ware. Obacht, nicht alles, das angefasst wird, wird auch gekauft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 50% der Menschen hier eine gewaltnahe Partei wählen. Mich persönlich haben mehrere Menschen angesprochen, und jedes Gespräch war immer sehr freundlich. Was man in Istanbul nicht immer behaupten kann.

Wetter und andere Spezialitäten

Sie gehen aus dem klimatisierten Hotel und jemand hält Ihnen direkt einen Fön vor das Gesicht. Genau so fühlt es sich an bei 40-60°C ab Juli. In der Nacht “kühlt” es sich ab auf 25°C. Daher sollte man die Reisezeit gut wählen. Wir hatten um 40°C. Wasser getrunken, 10 Minuten später war der Mund schon so trocken als hätte man seit Wochen nichts getrunken. An dieses Klima muss man sich erst gewöhnen. Man bekommt trotz Wasseraufnahme und Schatten einen Hitzeschlag. und guten Schlaf findet man hier auch kaum.

Neben der Reiselust ist das Essen eigentlich die Hauptmotivation, um den Südosten der Türkei zu besuchen. Wer meint, in Istanbul gutes Essen zu bekommen, wird hier merken, dass es hier wirklich gut schmeckt. Man kann hier kaum etwas falsch machen. Neben Fleisch gibt es auch viele vegetarischen Mahlzeiten. Bekannt ist Urfa und Gaziantep auch für Pistazzien, die im August frisch gesammelt werden. Auch das Maras-Eis kann ich empfehlen. Es schmeckt einfach toll.


Dänemark und Schweden

Skandinavien

Ich war ja bereits zwei mal in Norwegen. Auf meiner Bucket-List standen jedoch noch Kopenhagen in Dänemark und Stockholm in Schweden. Alle drei Länder gehören mit zu den teuersten der Welt. Dass es sehr teuer wird, habe ich beim Buchen des Hotels festgestellt. Was mir persönlich schon teuer war, hatte nicht mal ein Fenster. Für ein Storno war es jedoch zu spät. Flugticket nach Kopenhagen und von Stockholm waren bereits gebucht. Man sollte sich auf hohe Verpflegungskosten einstellen. Das Hotel selbst wollte 30€ pro Frühstück. Ein kleiner Capuccino kostet 5€, eine Pizza 20€. Eine Lütticher Waffel, die in Belgien 2€ kostet, kostet in Dänemark knapp 6€, in Schweden bis zu 10€, Pur, ohne etwas drauf 🙂

Anreise, Fortbewegung und Wetter

Vom Flughafen in Kopenhagen kommt man per Metro einfach in die City. Das dauert auch nicht lang. Man muss nur schauen, ob man noch umsteigen muss. In Kopenhagen selbst kann man Metro fahren, ein Fahrrad mieten, oder zu Fuß gehen, was ich bevorzuge. In Stockholm kann man auch Metro fahren. Manchmal ist das ganz praktisch, da die Stadt doch etwas weiläufiger ist als Kopenhagen. Zugtickets zwischen Kopenhagen über Göteborg nach Stockholm habe ich vorab über trainplanet.com gekauft. Und von Stockholm kommt man am einfachsten mit dem Arlanda Express oder Flybussarna zum Flughafen. Der Zug braucht nur 20 Minuten, aber ist mit 30 Euro pro Strecke teurer. Der Bus braucht 40 Minuten, kostet aber nur 20 Euro.

Mir wurde von einem Local folgende Seite empfohlen, um das Wetter zu checken, ehe man die Unterkunft verlässt. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die Daten nicht immer stimmen, aber dennoch lohnt sich ein Blick darauf:

https://bedrevejr.dk

Dänemark

Als ich in Dänemark angekommen bin, war das Wetter sommerhaft. Viele Dänen waren also unterwegs in Parks und Caves/Bars. Auf Grund Angriffe gegen den Islam dachte ich, dass die Dänen eher diskriminierend sind. Das kann ich so jedoch nicht bestätigen. Ich wurde nämlich angelächelt. Das passiert eher in exotischen Ländern, weil man doch deutlich anders aussieht. Aber ich fand es sofort ziemlich nett. Am darauffolgenden Tag hat es extrem geregnet. Das war schon eher das Klima, das ich erwartet hatte. Ich habe mich dennoch für eine Walking-Tour auf einer Meeting-Plattform angemeldet, und dabei freundliche Ausländer und Locals getroffen. Mein Eindruck des ersten Tages hat sich bestätigt, Dänen sind freundlich und glücklich.

Die Fassade eines Geschäftsgebäudes hatte ein Thermometer. Das ging von -20 bis +20°C. Da musste ich erst mal lachen, denn zum Zeitpunkt als ich dort war, waren es in Istanbul 25°C in der Nacht 🙂 Aber das Klima gibt nicht mehr her. Im Schnitt hat der Sommer 20°C in Kopenhagen. Das ist eher kein Problem, aber der Winter wird mit kurzen und kalten Tagen schon eher zu einer Herausforderung.

Dänemark hat ein Gesetz verabschiedet, wonach der Zigarettenverkauft an Personen mit Jahrgang 2012 und später verboten ist. Das heißt, die heutigen 10-jährige Kinder und alle künftigen Generationen kriegen keine Zigaretten mehr. Damit wird Dänemark in 70-80 Jahren rauchfrei werden. Man trifft auch jetzt schon kaum auf Raucher. Ich persönlich finde das super. Rauchfreies Atmen überall. Ich schreibe diesen Post in einem Cafe in Istanbul. Fast jeder raucht. Im Außenbereich ist das Rauchen gestattet. Dass Nichtraucher aber auch gerne die frische Luft genießen möchten, wurde nicht bedacht. Wir müssen auch bei tollem Wetter drin sitzen, um dem Rauch zu entkommen.

Kopenhagen

Es gibt extra Straßen mit Ampelsystem für Fahrräder. Viele nutzen diese auch. So viele Fahrräder habe ich vielleicht noch in Amsterdam gesehen. Kopenhagen ist halt ziemlich flach. Die meisten Fahrräder hatten daher auch nur einen einzigen Gang. Es sind auch viele “Dreiräder” namens Christinana Bikes unterwegs. Vorne ist ein kleiner Shuttle, in dem dann die Familie oder der Einkauf transportiert werden kann.

Kopenhagen ist sehr teuer. Das hatte ich schon erwähnt. Eine Waffel, die in Belgien 2 Euro kostet, kostet in Dänemark und Schweden 6-10 Euro. Ein kleiner Becher Capuccino kostet 5 Euro. Eine Pizza 20 Euro.

Von Kopenhagen und den Menschen war ich wirklich positiv überrascht. Eine Sorge war auch, was ich zu essen finden würde. ich hätte nie gedacht, dass ich etwas finde, worüber ich sagen kann, dass es fast das leckerste, das ich je gegessen habe. Das Meze Büffet im marokkanischen RizRaz kann ich wirklich empfehlen. So viele gute Geschmäcker auf einem Teller zu haben, einfach gigantisch 🙂

Schweden

Von Dänemark bin ich mit dem Zug über Malmö nach Göteborg gefahren. Unter anderem habe ich die außerordentlische Brücke zwischen Dänemark und Schweden gesehen. In Malmö musste ich umsteigen und hatte eine Stunde Zeit, um die Stadt zu erkunden. Das kann man so auch stehen lassen, wenn man nicht unbedingt etwas zu sich nehmen möchte. In Göteborg war ich mehr als 24 Stunden. Das hätte auch etwas kürzer sein können. Aber man kann hier schön in Parks laufen, und durch die Innenstadt laufen. Göteborg hat auch einen Hafen, hier kann man auch Zeit verbringen.

Für Stockholm braucht man länger als für Kopenhagen. Es bietet einfach viele Seen, Parks und Möglichkeiten. Aber Kopenhagen hat ein gewisses Etwas. Das Ambiente ist super. Ich würde daher lieber die Atmosphäre in Kopenhagen genießen, als mehr in Stockholm sehen zu wollen.

Kulturelles

Mir ist sofort der Unterschied zwischen Dänen und Schweden aufgefallen. Die Schweden waren überhaupt nicht freundlich, haben weder den Blickkontakt gesucht, noch gelächelt. In Stockholm habe ich zwei Meetings mitgenommen, und dabei Ausländer kennengelernt, die bereits seit einigen Monaten und Jahren in Stockholm leben, und Locals. Beide Parteien haben mir bestätigt, dass Schweden nicht so offen sind. Die Ausländer meinten, dass es mindestens 6-12 Monate dauert, bis man einen Local kennenlernt, vielleicht 🙂 Sie waren auch überrascht, dass mir das binnen eines Tages aufgefallen ist, aber nach Dänemark ist es wie Tag und Nacht. Eine Schwedin sagte, dass viele, eher ältere Generation überfordert mit ausländischen Hilfskräften. Nicht nur wegen den kürzlichen Krawallen zwischen Rechtsradikalen und der Polizei wegen der Koranverbrennung denke ich, dass nicht nur der Alltagsrassismus verbreitet ist. Im Winter sind viele Schweden noch depressiver, weil die Tage so kurz sind.

Midsommar

Ich hatte meine Planung etwas angepasst, um den Midsommar zu erleben. Das ist der längste Tag im Jahr und in Schweden nach Weihnachten der wichtigste Feiertag. Ich war abends ja alleine unterwegs, aber nicht nur ich. Viele Schweden waren alleine joggen, lesen, schlendern oder einfach nur alleine die Sonne im Park genießen. Ich war zwar allein, aber zumindest nicht einsam. Ich denke, die Schweden haben hier ein gesellschaftliches Problem. Vergleichbar zu den Japanern, die nicht besonders sozial unterwegs sind. In Schweden hatte ich echt gutes Wetter. Tagsüber hatten wir 30°C. Abends am Hafen konnte ich daher bei angenehmem Wetter die untergehende Sonne genießen. Das dauerte ziemlich lange. Aber irgendwann musste ich komischerweise gähnen und wurde müde. Irgendwas war komisch. Der Himmel war noch hell, aber als ich auf die Uhr schaute, und es schon nach 23 Uhr war, habe ich festgestellt, dass es nicht wirklich dunkel wird. Bis ich im Hotel angekommen war, war es schon fast Mitternacht, und trotzdem nicht dunkel. Als würde die Sonne noch untergehen.


Portugal

Portugal hat etwas mehr als 10 Millionen Einwohner und ist Gründungsmitglied der NATO. Im 15. Jahrhundert stieg es als Seemacht zu einem Weltreich auf. Daher hat Portugal Kolonien auf mehreren Kontinenten. Dazu gehören auch Inseln wie Azoren und Maderia. 1974 wurde die bereits dritte Demokratische Republik ausgerufen. Im Ballungsraum Lissabon leben knapp 3 Millionen Menschen. Der Kern der Hauptstadt hat rund 500.000 Einwohner und wächst mit Besuchern auf ein Mehrfaches an. 2019 kamen rund 28 Millionen Touristen nach Portugal. Der bekannteste Portugiese ist aktuell sicher Ronaldo, und Pasteis de Nata die bekannteste Nachspeise. Nata bekommt man gefühlt an jeder Ecke für 1€ und sorgt dafür, dass man zunimmt, ohne was anderes gegessen zu haben 🙂

Die Hinreise endete damit, dass TAP Portugal meinen Koffer verloren hatte. Ich war nicht der einzige, der vergebens auf seinen Koffer gewartet hat. Alle, die in Lissabon umgestiegen waren, teilten das Leid. Die Koffer wurden am darauffolgenden Morgen in die Unterkunft gebracht, aber von meinem Host habe ich mir sagen lassen, dass Gäste vor mir auch betroffen waren. Es scheint als Usus zu sein. Wer also mit Umstieg auf die Azoren fliegt, kann davon ausgehen, dass er die erste Nacht in seinen Klamotten verbringen muss.

Porto

Porto ist eine kleine Version von Lissabon. Um die Stadt zu sehen, reichen eigentlich zwei Tage. Die Autorin von Harry Potter hat dort viele Ideen gesammelt, und das fällt einem auch Nicht-Fan auf. Beispielsweise die Kleidung der Schüler mit Kapuze. Ich hatte ja zunächst vermutet, dass es eine Aufführung gab, bis ich festgestellt habe, dass das die Uniform von Schülern ist.

Azoren

Die Azoren sind für Naturliebhaber einfach nur atemberaubend. Die Inselkette bestehend aus 9 Inseln liegt inmitten des Atlantischen Ozean. Die größte Insel Sao Miguel hat 235.000 Einwohner, wovon 70.000 in der Hauptstadt Ponta Delgada leben. Ponta Delgada hat einen größeren Hafen, wo auch Kreuzfahrtschiffe Halt machen. Ab Lissabon fliegt man etwas mehr als 2 Stunden mit TAP Portugal oder der Tochterairline Azores Airlines. Hier findet man die meisten Restaurants und Hotels der Insel. Ein einziger Tag ist jedoch mehr als genug als Tourist.

Die Hauptattraktionen der Insel erreicht man mit dem Auto. Man benötigt für die Durchquerung von Sao Miguel knapp 1.5 Stunden für 90 km. Es empfiehlt sich, ein kleines Fahrzeug zu besuchen, da man meist nur im dritten Gang fährt und die Straßen manchmal (absichtlich) holprig sind. Es gibt viele viele Plätze und Buchten, die dazu einladen, die Aussicht zu genießen. Daneben gibt es viele Wanderwege. Man sollte daher seine Wanderschuhe, Sonnencreme und etwas Proviant für unterwegs mitnehmen. Ich hatte meine Thermosflasche mitgenommen und mit Studentenfutter die Aussicht nach Wanderungen genossen.

Fisch sollte auf den Azoren Programm sein. Mir ist jedoch aufgefallen, dass man Schlange stehen muss vor Restaurants. Es lohnt sich daher, in Betracht ziehen, einen Tisch im gewünschten Retaurant zu reservieren. In der Liste nenne ich die Restaurants, die mir mein Host empfohlen hat.

Wandern auf Sao Miguel

Auffallend sind die vielen Vögel. So viel Vogelzwitschern habe ich bisher noch nicht gehört. Das trägt insgesamt dazu bei, dass es sehr friedlich auf den Azoren ist. Der Norden scheint ein unterschiedliches Klima zu haben als der Süden. Er schien mir etwas rauher zu sein mit seinen Kliffs. Die hohen Wellen locken natürlich Surfer an. Meine Lieblingsplätze sind Miradouro da Boca do Inferno, Miradouro de Santa Iria und der Furnas-See.

Bei den ersten beiden Orten möchte man am liebsten mehrere Stunden verweilen, um die gigantische Aussicht auf mehrere Kraterseen bzw. Küstenlandschaft zu genießen. Ein kurzer Wanderweg führt von einer Autostraße durch den Wald zum Boca do Inferno. Santa Iria liegt direkt an der Schnellstraße. Der See Furnas liegt nur wenige Kilometer von der Stadt Furnas entfernt. In Furnas selbst gibt es den Parque Terra Nostra, der viele Touristen anzieht. Daneben gibt es hier eine Käserei und Stellen, wo das Wasser mit einem Schwefelgeruch aus dem Erdboden kochend heiß sprudelt. Um den Furnas-See liegen zwei Parkplätze. Der in der Nähe von Grena ist kostenpflichtig. Der Parkplatz etwas weiter entlang der Hauptstraße jedoch nicht. Von dort aus kann man seinen Spaziergang um den kompletten See beginnen.

Lissabon

In Lissabon läuft man bevorzugt wahllos herum 🙂 Leider geht es dabei hoch und runter, man braucht daher Ausdauer. Doch es lohnt sich, denn die Gassen sind fast alle sehenswert. Die Häuser haben unterschiedliche Farben und sind bestückt mit ornamentierten Fliesen. Da macht sich der arabische Einfluss bemerkbar.

Vom Flughafen kommt man ins Zentrum mit dem Aerobus, der vor dem Terminal abfährt. Falls dieser nicht fahren sollte, kann man die Metro nebenan nutzen. Am Automaten kauft man sich ein Ticket zum Aufladen für 2€ (gilt ein Jahr nach Kauf). Damit kann man auch umsteigen. Leider muss man einige Treppen laufen, ist daher zwar unbequem, aber dennoch eine gute Alternative zum Aerobus. Per Metro ist man in knapp 45 Minuten im Zentrum Rossio. Mit dem Aerobus dauert die Fahrt knappe 30 Minuten. Taxis sind wohl auch günstig. Für knapp 20€ kommt man so auch ins Zentrum.

Drohne

Die Zulassung für eine Drohne nimmt laut Internetrecherche wenige Wochen in Anspruch. Über https://backoffice.aan.pt/checklogin muss zunächst das Konto genehmigt werden, dann kann der Antrag gestellt und genehmigt werden. Ich war ziemlich spät dran, also habe ich direkt eine Mail hinterher geschickt, mit der freundlichen Bitte, die Genehmigungen zeitnah zu erteilen. Ich hatte die komplette Erlaubnis binnen eines Tages am Tag vor meinem Abflug. Etwas kompliziert ist die Bestätigung des Piloten, das digital signiert werden muss. Eine normale Unterschrift reicht hier nicht aus. Ich habe hierfür ein Konto auf https://www.docusign.de erstellt.

 


Belgien

Greta und Waffeln

Belgien gehört zu den Ländern, die ich mehrmals besucht habe. Das liegt zum einen an der Nähe zu meinem ehemaligen Wohnort Köln und zum anderen an den leckeren Waffeln. Greta würde mich nun sicherlich mindestens böse anschauen, weil ich allein wegen Waffeln mal nach Brüssel geflogen bin 🙂

Anreise

In Belgien benötigt man eigentlich kein Fahrzeug. In der Stadt definitiv nicht, und in die anderen Städte kommt man einfach mit dem Zug und auch ziemlich günstig. Nach Antwerpen kommt man für 7-8 Euro hin und zurück. Vom Flughafen Brüssel kommt man für 9 Euro innerhalb von 25 Minuten in das Zentrum.

Belgien

In Brüssel bin ich auf eine kleine Ausstellung gestoßen. Dort wurden mittels Karikaturen der politischen Zustand des Landes beschrieben. Es ging hauptsächlich um innerpolitische Unterschiede zwischen dem französisch sprechenden Teil und dem flämisch sprechenden Teil des Landes. Manche verweigern in Antwerpen die Auskunft auf französisch. In Brüssel habe man ohne Flämisch sogar kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Jeder Teil des Landes hat seine eigene Regierung, die für sich selbst bestimmt. Es hat den Anschein, ein föderalistisches Land zu sein, doch gibt es keine gemeinsame Regierung. So ist dieses Land nur bei der EM/WM als ganzes zu sehen, sonst ist es eher ein Nebeneinander mehrerer Regionen. Mit 11 Millionen Einwohnern ist Belgien sogar kleiner als Istanbul.

Kulturelles

Obwohl Belgien ein Nachbarstaat Deutschlands ist, wissen wir kaum was über dieses kleine Land. Außer wenigen politischen Themen ist es die graue Maus in Europa. Vielleicht bin ich deswegen positiv überrascht gewesen. Die französischsprachige Hauptstadt Brüssel mit knapp 180.000 Einwohnern hat einen sehr hohen Ausländeranteil und ist daher ein Melting-Pot. Sie ist sicherlich nicht die schönste stadt in Belgien, bietet aber ungemein viel kulturelle Freizeitaktivitäten kutureller Natur. Internationale Schauspiele, Theater, Konzerte sind hier an der Tagesordnung. Hauptattraktion in Brüssel ist natürlich der Grand Place, an dem Reihenhäuser nach typisch belgischer Architektur stehen.

Verkehrsmittel

Zug fahren gestaltet sich auf Grund der ständigen Gleisänderungen und Verspätungen etwas umständlich. Eigentlich stehe ich auf Kriegsfuß mit der Zuggesellschaft. Ich hatte beinahe meinen Flug ab Köln verpasst, weil der Zug 20 minuten kurz vor dem Bahnhof Brüssel gehalten hat. Das war ziemlich hektisch und erforderte ziemlich viel Organisation, aber ich habe den Flug noch erreicht. Was ich aber nicht erreicht habe, war bei einem anderen Aufenthalt der ICE nach Köln. Ich war aus Antwerpen angereist und habe den Bahnhof Gare du Nord verpasst. Ich habe zwar nicht geschlafen, aber die Station sieht aus dem Zug aus wie eine Dorfstation. Dennoch empfehle ich es, mit dem Zug zu verreisen, weil die Fahrten nicht lange dauern, es günstig ist und die Schaffner aussehen wie aus Tim und Struppi. Ein Auto braucht man als Tourist in Belgien daher nicht wirklich.

Gent und Brügge

Ansonsten gehört Brüssel sicher nicht zu meinen Lieblingsstädten. Ich denke, 2 Tage sind hier ausreichend. Brüssel ist multikulturell aufgestellt, das macht sich auch positiv im Gastro-Bereich bemerkbar. Brügge und Gent finde ich weit schöner als Brüssel. Diese beiden Städte sollte man sich unbedingt angeschaut haben. Sie bieten eine mittelalterliche Innenstadt mit vielen lohnenswerten Gassen.

Antwerpen

Antwerpen ist ein Muss für jeden, der Belgien besucht. Mit dem Zug ab Brüssel einfach zu erreichen, kann man hier kilometerlang am Fluss “Die Schelde” spazieren gehen. Schon die Ankunft am wunderschönen Hauptbahnhof versetzt einen ins Staunen. Auf dem Weg ins Stadtzentrum kommt man an vielen jüdischen Diamanthändlern vorbei. Dabei trifft man natürlich auf viele traditionell gekleidete Juden auf Fahrrädern und Frauen mit Toupet. Im Gegensatz zu Brüssel ist hier jedoch alles etwas gehobener. Brüssel zu Antwerpen verhält sich hier wie Köln zu Düsseldorf. Ich vergleiche Brüssel immer mit Köln. Ich denke, die beiden Städte haben kulturell und vom Lebensstil sehr viel gemeinsam.

Speisen

In Belgien sollte man sich natürlich Waffeln nicht entgehen lassen. Ich finde sie pur am leckersten und einfachsten zu essen. Weitere Spezialitäten sind Pommes und Schokolade. Wobei Waffeln nach Lütticher Art meine absoluten Favoriten sind. Daher habe ich mir auch nach dem Belgien-Aufenthalt ein Waffeleisen angeschafft. Es gibt gute italienische oder libanesiche Restaurants (Beiruti, L’Express).