Slowenien habe ich erst seit kurzem auf dem Radar. In den letzten Jahren haben klkeinere Länder insgesamt etwas mehr Beachtung gefunden, fernab von Instagram-Touristen. Was mein Interesse geweckt hat, war die politische Haltung der slowenischen Präsidentin. Slowenien ist ein kleines Land, und bietet länderübergreifend mit Italien und Österreich viel Natur, Wälder und Berge. Es ist perfekt, wenn man abschalten und wandern, schwimmen möchte, oder Lust auf Wasseraktivitäten hat. Das Land hat etwas mehr als 2 Millionen Einwohner, wovon über 80% leben nicht in der Hauptstadt. Damit ist die Rate ziemlich hoch, aber wenn die Natur so schön ist, will man vermutlich auch nicht in einer Großstadt leben.
Ljubljana
Die Hauptstadt Ljubljana hat weniger als 300.000 Einwohner und ist relativ klein. Ein eintägiger Besuch reicht daher aus, um die wichtigsten Highlights der Stadt ganz entspannt mitzunehmen. Im Stadtzentrum kann man entlang des Flusses Ljubljanice spazieren und die Gastronomie genießen. Die Seitengassen bieten historische Gebäude und ein gewisses Flair. Wer es noch ruihger angehen möchte, kann sich entlang des Flusses, etwas außerhalb des Zentrums entspannt zurücklehnen und vorbeifahrende Boote beobachten und die Ruhe genießen. Der Flughafen liegt nördlich und ist knapp 30 Minuten per Auto entfernt.
Ankunft und Automiete
Der Flughafen ist relativ klein. Da ich abends gegen 20 Uhr gelandet bin, war entsprechend wenig los. Ich hatte vorab einen Mietwagen gebucht. Bei der Abholung habe ich mir die Plakette für Slowenien geholt. Die war beim Vermieter 14€ und damit etwas günstiger als direkt. Da ich ins Ausland wollte, habe ich zusätzlich 50€ zahlen müssen, damit das Fahrzeug versichert ist. Für Östterreich braucht man auch eine Plakette. Die habe ich online für 16€ geholt. Für den Karawankentunnel muss man einen zusätzliche Maut zahlen. Die kostet pro Richtung 9€ und ist in dem Land zu bezahlen, das man verlässt. Was bei der Automiete neu für mich gewesen ist, war, dass der Anbieter das Auto gewaschen zurück haben wollte. Das kannte ich bis dato nicht. Vor der Rückgabe bin ich daher Ljubljana in einen Waschplatz, und habe das Auto in wenigen Minuten mit einem Kärcher gereinigt.
Villach
Mein Hotel habe ich in Villach (Österreich) gebucht, weil Slowenien etwas ländicher und teurer in den Wandergebieten gewesen ist. Der Vorteil von Villach ist, dass Verpflegung unproblematisch gewesen ist. Man kann bis spät Abends draußen was essen. Auch Villach ist an einem halben Tag zu besichtigen. Ein Besuch lohnt sich lediglich, wenn man in der Region unterwegs ist, und Wanderungen, Fahrradtouren oder Wassersport betreiben möchte. Die Stadt liegt zwischen Seen und gilt als Ausgangspunkt für Wanderungen.
Um Villach habe ich auf dem Weg in das größere Klagenfurth den Wörthersee besucht. Der See ist groß, aber hauptsächlich touristisch besiedelt, so dass ein Spazierganz entlang nicht wirklich möglich ist, weil Hotels oder Restaurants/Bars den Zugang privatisiert haben. Er bietet jedoch Möglichkeiten, Wassersportaktivitäten zu betreiben. Auf der Rückfahrt habe ich den Turm Pyramidenkogel bestiegen. Der Eintritt kostet knapp 15€. Der Lift war außer Betrieb, daher blieben nur die Stufen. Herunter kann man aber auch gegen Gebühr mit einer Rutsche.
Ruhiger ist der Ossiachsee. Hier kann man schon eher am See eine ruhige Zeit verbringen. Der Wald liegt direkt am See, so dass man beides kombinieren kann.
Udine
Ich habe einen Tag genutzt, um er den Pass nach Italien zu fahren. Unterwegs bin ich auf den Mount Lussari in Tarvisio gestoßen. Mit dem Seilbahn ging es für 18€ extrem steil nach oben von 700m auf knapp 1800m ü. NN. Die Rückfahrt war besonders interessant, weil man quasi auf die “Leere” zufährt bei der Anfahrt.
Auf dem Berg erwartet den Besucher frische Luft und eine fantastische Aussicht. Ganz oben ist noch ein kleines Dorf mit einer Kirche, was die Aussicht nochmal interessanter macht. Die Aussicht auf die Berge und die Wälder sind definitiv einen Besuch wert.
In Udine hatte ich das Pech, das fast alle Shops in der Stadt geschlossen hatten. Es war Montag. Man muss wissen, der Montag in Italien ist der Sonntag in Europa. Ruhetag. Abgesehen davon war die Reise lohnenswert, weil es eine schnuckelige Stadt aus der Renaissance ist und nicht so sehr von Touristen überlaufen ist.
Triglav Nationalpark
Slowenien erreicht man über Österreich entweder über den Karawankentunnel, oder über einen Pass. Der Pass dauert natürlich länger und ist kurvig und mit störenden Fahrradfahrern nicht gerade einfach zu fahren, aber man sieht mehr von der Umgebung. Daher habe ich auch mal den Pass genommen.
In Slowenien habe ich mich hauptsächlich um den Nationalpark Triglav aufgehalten. In Kranjska hat man ein kleines Städtchen, von dort kann man am Soca entlang wandern bis zu den Seen in Kazorog. Ich empfehle, Wasserschuhe mitzunehmen, da man hier im kalten Wasser auf den Steinen schön für Abkühlung sorgen kann. Wenn man hier weiterfährt, kommt man zur Entstehung des Soca Flusses Izvir Soca. Der Wasserfall hier hat mich nicht wirklich beeindruckt, aber in der Gegend kann man schön Wandern, und über einen langen, trockenen Flussbett kommt man an weitere Wasserfälle in Planina Zapotok. Im Triglav Nationalpark liegt auch die Vintgar Schlucht. Da man die Schlucht selbst in ca. 90-120 Minuten durchquert hat, ist es empfehlenswert, nicht direkt am Morgen einen Termin zu buchen, sondern entspannt nach dem Mittag, wenn weniger Besucherandrang herrscht. Man muss vorab ein Ticket besorgen und die Zeiten werden auf die Minute eingehalten. Man kann also nicht früher rein. Mit diesem Ticket kann man ab dem Vintgar Parkplatz den direkten Shuttle zur Schlucht nehmen. Ab Bled fährt ein Shuttle zu diesem Parkplatz, wo man dann umsteigen muss. Beide Fahrten dauern jeweils ca. 15 Minuten. Die Wanderausrüstung benötigt man hierfür meines Erachtens nicht. Es gibt auch 2 Cafes, wo man sich Erfrischung holen kann. Man kann von dort zum Schuttle zurücklaufen, oder weiter wandern. Ich habe die Vintgar Schlucht mit Bled verbunden. Die Wanderung über Landstraße war nicht besondern schön und hat ca. 60 Minuten gedauert.
Bled ist sehr touristisch und bietet entsprechend viel Gastronomie. Hier kann man schön am See entlang laufen und auch schwimmen gehen. Dafür gibt es einen kostenpflichtigen Zugang, wo man etwas abgeschotteter ist und mehr Komfor hat, oder einen öffentlichen Strand am Ende des Sees. Der Blick auf das Schloss und die Kirche, die auf einer kleinen Insel liegt, ist herrlich zu fotografieren. Für meinen Geschmack war Bled etwas zu touristisch und überfüllt. Den Spaziergang am See entlang sollte man jedoch nicht verpassen. 30 Minuten weiter per Auto kommt man nach Bohinijsko See, der größer ist als der See in Bled. Er ist zwar auch ordentlich besucht, aber es sind mehr Locals und daher etwas auch ruhiger. Zwischen den bewaldeten Bergen, an denen die Wolken herunterfallen, schwimmen zu gehen, ist ein tolles Erlebnis. Zwischen beiden Seen kann man auch in Stara Fucina Halt machen und zum Korita Mostnice wandern. Der Eintritt kostet 4€. Ab 18 Uhr ist er kostenlos. Man kann auch hier etwas in Wasser laufen, und ca. 60 Minuten im Wald am Bach entlang entspannt im Kreis wandern.